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Vom Himmel hoch da komm ich her

Aus himmlischen Höhen kommen unser Ministerpräsident und seine CDU zwar nicht daher, nur festigt sich der Eindruck, ein wenig entrückt von den irdischen Sorgen und Nöten der Menschen in Sachsen ist man in der Dresdner Staatskanzlei inzwischen schon. Insbesondere die ländlichen Regionen bekommen den Gleichmut der Christdemokraten stets aufs Neue schmerzhaft zu spüren. Nahezu sinnbildlich steht hierfür die Bundesstraße 115 in der Lausitz.

Schön wär's

Im Juni habe ich an dieser Stelle die bemerkenswerte Geschmeidigkeit der Bundeskanzlerin im Umgang mit den Grundwerten ihrer Partei bestaunt. Damals vollzog sie gerade die Zurücknahme der Rücknahme des Atomausstiegs, nachdem sie zuvor die Wehrpflicht liquidiert und die ersten Schulden-Milliarden zur Bankenrettung aufgetürmt hatte. Eher als Witz gemeint schloss ich  mit dem Satz: „Was bleibt, ist die Hoffnung, die Regierung fährt mit ihren Tabubrüchen fort und beschert uns endlich einen gesetzlichen Mindestlohn.“ Nun knickt die Kanzlerin tatsächlich auch beim Mindestlohn ein. Ihre Partei spricht sich unversehens für eine „verbindliche Lohnuntergrenze“ aus, die sie bis dahin als politische Glaubensfrage kategorisch abgelehnt hat.

Irrfahrt ins Nirgendwo

Jahr um Jahr haben wir – besonders in den ländlichen Räumen – eine stetig sinkende Zahl an Schülerinnen und Schülern zu beklagen, und Schulstandorte werden geschlossen. Als Folge schlagen immer mehr junge Menschen freudlos etliche Wochenstunden in Schul- oder Linienbussen tot. Auch deshalb gestaltet sich das Leben auf dem Land für junge Familien nicht gerade einfach. Was also tun, um die langen Schulwege so erträglich wie nur möglich zu gestalten?

Sommerloch?

 
Trotz der parlamentarischen Sommerpause bin ich in diesen Wochen oft in Berlin, um als Innenpolitiker und Abgeordneter eines Wahlkreises mit Außengrenze zu versuchen, den Schaden, der durch die missglückte Bundespolizeireform angerichtet wurde, möglichst klein zu halten. Der Bundestag wirkt in diesen Tagen wie ausgestorben. Man ist im Urlaub oder auf Sommertour im heimischen Wahlkreis. Doch gerade diese unaufgeregte Zeit bietet Gelegenheiten für gezielte Hintergrundgespräche und die ein oder andere Überzeugungsarbeit im Sinne der Bundespolizisten und der Sicherheit in den Grenzregionen. 

Chance vertan

Im Bundestag wurde am 07. Juli über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Erprobung der sogenannten CCS-Technologie abgestimmt. Damit ist die Speicherung von Kohlendioxid in unterirdischen Gesteinsschichten gemeint. Grundsätzlich ist es durchaus vernünftig, jede Technologie zu prüfen, die im Kampf gegen den Klimawandel weiter helfen kann. Und gerade für uns in der Lausitz, wo die Energiewirtschaft eine tragende Rolle spielt, ist die Erforschung der CO2-Reduzierung immer interessant.

Es geht doch

 
Im Deutschen Bundestag wird man den Eindruck nicht los, die Konservativen, Liberalen und Wirtschaftslobbyisten haben uns seit Jahren an der Nase herum geführt. Wie oft wurde aus ihren Reihen der Untergang des Abendlandes bzw. des Industriestandortes Deutschland beschworen, wenn ein kluger Kopf im Parlament es wagte, scheinbar unumstößliche Gewissheiten in Frage zu stellen. Wehrpflicht? Heilig! Atomausstieg? Naive Spinnerei! Milliarden in die Bildung? Ruinös! Die Finanzindustrie gab den Takt vor, und hasenfüßig folgte die Regierungspolitik. 

Weiß die Regierung noch, was sie tut?

Am 27. April hat der Sächsische Städte- und Gemeindetag einen eindringlichen Appell an alle Abgeordnete Sachsens im Deutschen Bundestag gerichtet, „sich entschieden gegen eine erneute Kürzung der Städtebauförderung auszusprechen“. Nach Plänen der Bundesregierung sollen die Mittel für Sachsen um etwa die Hälfte zurückgefahren werden.

Billiglöhne, Leiharbeit, Werkverträge...

In Deutschland gibt es inzwischen fast eine Million Leiharbeiter, die – wie in der Metall- und Elektroindustrie – oft 30 bis 40 Prozent weniger Gehalt sehen als ihre fest angestellten Kollegen. Arbeitgeberverbände und sogenannte Wirtschaftsexperten spielen dazu die Begleitmusik und werden nicht müde, den Menschen vorzumachen, die deutsche Volkswirtschaft könne ohne „flexible“ Arbeitsverhältnisse und „moderate“ Löhne im internationalen Wettbewerb einpacken. Für strukturschwache Regionen, wie z.B. die Lausitz, gelte diese Regel sowieso.

Von wegen Großer Wurf...

 
Die sächsische Staatsregierung plant eine Verwaltungsreform, die im Wesentlichen auf zwei Säulen steht: Abbau von 17.000 Stellen im Landesdienst bis zum Jahr 2020 und Schließung, bzw. Zusammenfassung von Ämtern im ganzen Land. Die willkürlichen und ziemlich phantasielosen Kürzungsbeschlüsse nennt man in Dresden nun ganz chic „Staatsmodernisierung“ und verspricht – wie auch immer diese Summe errechnet wurde – Einsparungen von bis zu einer Milliarde Euro. Welch weite Wege und andere Mühseligkeit für die sächsischen Behördennutzer und die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst das alles zur Folge haben wird, scheint den Chefstrategen von CDU und FDP schnurz.

Karten auf den Tisch

Die Bundesstraße 115 zwischen Weißkeißel und Rietschen ist das sprichwörtliche Nadelöhr für den Nord-Süd-Straßenverkehr unserer Region. Die Anbindung des Landkreises Görlitz nach Norden ist hier so schmal, dass LKW – geschweige denn Schwerlasttransporte – sich nur unter hohem Risiko begegnen können. Und für Radfahrer wird es spätestens in solchen Augenblicken endgültig halsbrecherisch, denn ein Radweg fehlt noch immer.
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