Ausbau der Güterstrecke bedroht die Zukunft der Region

Entwicklung des Tourismus in Boxberg und Klitten wohl vor dem Aus
 
Zu den Plänen der Bundesregierung und der Staatsregierung Sachsen, ihr Prestigeprojekt „Güterstrecke Niederschlesische Magistrale“ ohne Rücksicht auf die touristische Entwicklung in Boxberg und Klitten durchzuziehen, erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gunkel:
 
„Wenn in Zukunft jeden Tag 180 schwere Güterzüge durch das Biosphärenreservat Lausitzer Heide- und Teichlandschaft sowie unmittelbar am ‚Bärwalder See‘ entlang rasen, bedeutet das für die wirtschaftliche Entwicklung der Region einen schweren Rückschlag. Kaum hat sich der sanfte Tourismus für die Region als wirtschaftliche Perspektive mit Substanz gezeigt, planen Bund und Land mit der Gütertrasse schon das Ende der touristischen Pläne.
 
Die Verantwortlichen scheinen ihr Verkehrsprojekt mit allen Mitteln durchsetzen zu wollen. Warum legen sie sonst die Planungsunterlagen ausgerechnet in den Sommerferien öffentlich aus? Das Verfahren soll offensichtlich möglichst geräuschlos umgesetzt werden. Heute endet die Frist für Einwände der Bürgerinnen und Bürger. Und weil die Nutzen dieses Großprojektes inzwischen durchaus umstritten sind, drückt man sich vor der öffentlichen Diskussion. So ist CDU-Landrat Bernd Lange zum Thema schon lange auf Tauchstation.
 
Wenn man auch in Dresden und Berlin nicht einmal in der Lage ist, den Bürgerinnen und Bürgern in Boxberg und Klitten das Großprojekt überzeugend zu erklären, so sollte zumindest ein klares Bekenntnis zu Lärmschutz auf höchstem Standard und zu strikten Nutzungsauflagen für die Gütertrasse zu erwarten sein. Ein solches Bekenntnis ist nicht in Sicht. Stattdessen handelt man nach dem Motto ‚Augen zu – und durch‘, auch wenn dabei die Zukunft einer ganzen Region auf der Strecke bleibt.“