Karten auf den Tisch
Die Bundesstraße 115 zwischen Weißkeißel und Rietschen ist das sprichwörtliche Nadelöhr für den Nord-Süd-Straßenverkehr unserer Region. Die Anbindung des Landkreises Görlitz nach Norden ist hier so schmal, dass LKW – geschweige denn Schwerlasttransporte – sich nur unter hohem Risiko begegnen können. Und für Radfahrer wird es spätestens in solchen Augenblicken endgültig halsbrecherisch, denn ein Radweg fehlt noch immer.
Kurzum: Wirklich niemand wird die Dringlichkeit eines Ausbaus der B 115 auf diesem Abschnitt ernsthaft leugnen. Die 5 Meter schmale Fahrbahn lähmt nicht nur den Straßenverkehr und behindert die wirtschaftliche Entwicklung der Region, sie ist allzu häufig Risiko für Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer.
Auf meine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium zum Sachstand der Baumaßnahme erhielt ich jetzt die verblüffende Antwort, für den 1. Bauabschnitt liege das Baurecht längst vor und Finanzmittel hierfür seien zugewiesen. Allerdings entscheide das Land Sachsen bei Ausbaumaßnahmen, welche Projekte je nach Dringlichkeit zuerst begonnen werden. Allein die Entscheidung in Dresden ist noch nicht erfolgt.
Worauf wartet die sächsische Staatsregierung? Der Bau könnte sofort beginnen! Die Vermutung liegt nahe, die Lausitz soll ein weiteres mal Opfer der sogenannten „Leuchtturmpolitik“ werden. Bundesmittel kommen vorzugsweise in den Ballungszentren an. Verkehrsprojekte in Randlage können warten. Nur sollte man in Dresden immerhin den Mut aufbringen, den Menschen hier die Wahrheit zu sagen – und nicht um ein klares Bekenntnis herum lavieren. Karten auf den Tisch.



