Billiglöhne, Leiharbeit, Werkverträge...
In Deutschland gibt es inzwischen fast eine Million Leiharbeiter, die – wie in der Metall- und Elektroindustrie – oft 30 bis 40 Prozent weniger Gehalt sehen als ihre fest angestellten Kollegen. Arbeitgeberverbände und sogenannte Wirtschaftsexperten spielen dazu die Begleitmusik und werden nicht müde, den Menschen vorzumachen, die deutsche Volkswirtschaft könne ohne „flexible“ Arbeitsverhältnisse und „moderate“ Löhne im internationalen Wettbewerb einpacken. Für strukturschwache Regionen, wie z.B. die Lausitz, gelte diese Regel sowieso.
Politisch flankiert und gesetzlich abgesichert wird das Zweiklassensystem am Arbeitsmarkt von den wirtschaftsliberalen Strategen in CDU und FDP. Noch wissen sie gesetzliche Mindeststandards am Arbeitsmarkt zu verhindern. Allerdings treibt die Arbeitgeberverbände in diesen Tagen plötzlich ihr verlängerter Arm schier in die Verzweiflung. Unversehens schmeißt die führungslose FDP ihre Prinzipien über Bord, sagt sich von der Atomkraft los und lässt sogar vereinzelt Töne hören, die von einer sozialen Ordnung für den Arbeitsmarkt sprechen. Unfassbar!
Doch selbst für das größte anzunehmende Unheil – ein Einknicken der FDP bei der Leiharbeit – haben die Arbeitgeberverbände längst flächendeckend vorgesorgt. Es wird getrickst, was das Zeug hält. Leiharbeit war gestern, nun blüht das Unwesen der Werkverträge. Auch bei uns in der Lausitz werden mit solchen Verträgen inzwischen Arbeitnehmer ihrer tariflichen und sozialen Absicherung beraubt. Derweil schaut die orientierungslose Regierung tatenlos zu und nennt das dann „wirtschaftsfreundliche Politik“.



