Vom Himmel hoch da komm ich her

Aus himmlischen Höhen kommen unser Ministerpräsident und seine CDU zwar nicht daher, nur festigt sich der Eindruck, ein wenig entrückt von den irdischen Sorgen und Nöten der Menschen in Sachsen ist man in der Dresdner Staatskanzlei inzwischen schon. Insbesondere die ländlichen Regionen bekommen den Gleichmut der Christdemokraten stets aufs Neue schmerzhaft zu spüren. Nahezu sinnbildlich steht hierfür die Bundesstraße 115 in der Lausitz. 14 lange Jahre zieht sich der 25 km lange Ausbau zwischen Weißkeißel und Rietschen nunmehr hin, ein Ende der Arbeiten wurde für 2013 in Aussicht gestellt. Jetzt heißt die neue Zielmarke 2016.

 
In Dresden herrscht offenkundig überhaupt keine Eile mit diesem für die Lausitz so wichtigen Infrastrukturprojekt. Und auf den undankbaren Bürger, der sich beklagt, reagiert die Staatsregierung allenfalls verärgert. Der CDU-Landtagsabgeordnete Bienst erklärte der lokalen Arbeitsgruppe B 115 dann auch trotzig, man habe für die Region doch Großes geleistet.
 
Ministerpräsident Tillich beschäftigen bekanntermaßen eher grundlegende Zukunftsfragen. Augenblicklich treibt ihn die Idee um, die Treibhausgase aus den heimischen Kohlekraftwerken in der arabischen Golfregion zu deponieren. Auch Polen käme hier als Partner in Frage. Die Menschen dort werden sich bedanken. Aber laut Tillich ist das ohnehin „weit, weit entfernte Zukunftsmusik“. Kommen wir vom Himmel der Visionen zurück auf die Erde. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gutes und erfolgreiches Jahr 2012.