Allein der Wille fehlt

Es sind nicht nur gefühlte, sondern reale Ewigkeiten, seitdem die sächsische CDU mehr Investitionen in Bildung und Schulen, also in unsere Zukunft fordert und verspricht. Allein das Geld dafür fällt nicht vom Himmel. Darauf scheint man trotzdem weiter zu hoffen, wenn wieder erklärt wird, Lehrerinnen und Lehrer seien zu teuer, nur mit verordneter Teilzeit könne es überhaupt Neueinstellungen junger Lehrer geben. Von 380 Mio. Euro ist die Rede, die der sächsische Haushalt nun einmal nicht aufbringen könne.
 
Spätestens nach dem Schlag ins Kontor bei der sächsischen Landesbank aber werden nicht einmal mehr Wohlmeinende einer solchen Sparpolitik auf Kosten unserer Zukunft Glauben schenken. Weil das Land Sachsen politisch zu eng wurde, spekulierte man ganz oben bei Wall Street, US-Hypotheken usf. und verzockte unser hart erarbeitetes Geld.
 
Plötzlich war kein Kredit zu hoch, um die unglaublichen Summen auszugleichen, welche die selbsternannten globalen Weltbanker in der Dresdner Staatskanzlei in den Sand gesetzt hatten. Geld wurde beschafft, mit dem die sächsische Bildungs- und Wissenschaftslandschaft binnen kurzer Zeit zu einem international beispiellosen Modellprojekt hätte ausgebaut werden können. Jetzt wissen wir, der Wille dazu fehlt. Denn wer, wie der sächsische Finanzminister, nicht bereit ist, bis 2014 Mehrbelastungen von 380 Mio. € für Lehrkräfte aufzubringen, gleichzeitig aber für die Folgen der Sachsen-LB-Pleite so mal eben Zahlungen im „dreistelligen Millionenbereich“ bereitstellen will, hat eine Bildungs- und Zukunftsoffensive für unser Land nie erwogen.